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TH D.H. HILL LIBRRY

NOBTH CGROLINA STATE COLLEGE

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ENTOMOLOGICAL COLLECTION

14402

Allgemeine

Raturgeſchichte,

al®

philofophifche und Gumanitätswiffenfchaft für

Naturforfcher, Philofophen und das höher gebildete Publikum

bearbeitet von Maximilian Perty,

Doktor der Philofophie und Medizin, öffentl. ordentl. Profefior der Naturgefchichte, Zoologie und vergleichenden Anatomie an der Univerfität zu Bern.

1. Band,

III ————————— Bern, 1858. Druck und Verlag von E. Fifcher.

NY *

En R > 32

Inhalt)

V. Buch. Bon den Mineralien.

1. Hauptſtück. Einleitende Betrachtugen. Die Mineralien tragen den Charakter der Beharrlichkeit. Shre Entiiehung und Verwandlung, geogr. Verbreitung , Mannigfaltigfeit. Manche find aus Bacillarien- und Infuforienpanzern gebildet; fo Polits und Saugfchiefer, Kiefelguhre, Feuerſteine Bergmehl, oder ſtammen fonft aus der organ. Natur, wie Bernftein, Erdharze, Steinöl, vieleicht auch Diamant und Schwefll . ©. 1—12.

2. Hauptſtück. Phyſikgliſche Berhältniffe der Mineralien. Schwere, Härte, Dehnbarkeit, Sprödigfeit, Durchfichtigfeit, Strahlenbrechung, Glanz, Farben, FOyepDureSaeln, San

barkeit, Elektrizität, Magnetismus ıc.

3. Hauptſtück. Elementartheile, Struftur und morpholo- gifche Berhältniffe der Mineralien. Bruch, Theilbar- feit, Abfonderung, Kryſtallfyſteme; Weberficht der Kryſtallgeſtal⸗ ten nach dem regulären, 2 und tarigen, 3 und Jarigen, 1 und dagigen, 2 und Igliedrigem und 1 und igliedrigem Kroyſtaliſyſtem; Kryſtallbildung, mifrosfop, Beobachtung derfelben; PBfeudomor- pbofen, Amorphismus 0. . . 2... 840-37.

4. Hauptſtück. Syſtematiſche ueberſicht der ungemengten Mineralien. Mineralogifche Syiteme. Abweichende Definition von Individuum und Spezies. Auch die Mineralien vertragen feine einreihige Anordnung. Aufzählung der Mineralien nach) dem Syſteme von Weiß. I. Drd.: DOrydifche Steine. 1. Fam. des Duarzes, 2. Fam. d. Feldfpaths. 3.d. Sfapoliths. A. der Halvidfleine. 5. des Leuzits. 6. der Zeolithe. 7. des Glimmers. 5. der Hornblende. 9. der Thone. 40, des Granitg. 11. der Edelfteine. 12. Metallfteine. 11. Drdn. Salinifche-Steine. 1. Fam. des Kalkſpaths. 2. Flußſpaths. 3. Schwerfpaths. A. Gypfes. 5. Steinfalzes. IM. Ord. Salinifche Erze. 1. Fam.

des Spatheifenfleins. 2. der Rupferfalge. 3.d. Bleifalze. IV. Ordn. Orydiſche Erze. 1. Fam. Srydifche Eifenerze. 2. F. des Zinn-

*) Bor jedem Hauptftück des ganzen Bandes ift, wo es nothig war, noch die bejondere Literatur angegeben.

Iv Snhalt.

ſteins. 3. der Manganerze. 4. des Kothfupfererzes. 5. des Weiß- antimonerzes, V. Drdn. Gediegene Metalle VI Srdn. - Gefchwefelte Metalle. 4. Fam. des Schwefelfiefes, 2. des Bleiglanzes. 3.des Grauantimonerzes. A. des Fahlerges. 5. der Blende. 6. des Norbgüld'gerzes. Noch nicht eingereihte Mine» ralien. Anbang obne Zweıfel od. vermuthlich aus den organ. Reichen ffammender Mineralien: 41. Schwefel. 2. Diamant. 3. Koblen. A Erdharze. 5. BrennfaAlie 2... .. 6 37—115.

5. Hauptlüd. Bon den gemengten Mineralien oder Fels arten. Begriff und Befchaffenheit derfelben. Eintheilung nach den Maffen-, den Strufturverhältniffen und Beſtandtheilen. Schichtung, Abfonderung, Zerfluftung. Weberficht der Felsarten Nach dv. Leonhard's Syſtem: J. Ungleichartige Gefeine; A. Körnige, B. Schieferige, C. Borvbyre. I. Gleichartige Gefteine; A. Körnige, B. Schieferige, C. Dichte. IN. Schein- bar gleichartige Gefteine; A. Körnige, B. Schieferige, C. Porphyre, D Dichte Felsarten, E. Glasartige, F. Schladen- artige Geſteine. IV. Trümmergeſteine. V. Lofe Seherine. VI. Kohlen. Anwendung der Felsarten . . ©. 115— 126.

VI. Buch. Bon den fefundären Organismen und ihrem Leben überhaupt.

Literatur.

1. Hauptflük. Wefen des Lebens. Begriff des fetundären Draanismug. Unterſchiede deffelben von unorgani- fhen Körpern. Meinungen über das Wefen des Lebens: Die fefundäre DOrganifation entilebt dadurch, daß fich auf jedem Welt- körper das ganze Univerfum im Kleinen zu wiederholen fucht. Reize, Erregbarfrit. DVergleichung der organifchen Wefen mit den unorganifchen nach Formen, Struftur, chemifchen Verhält— niften, Wachsthum, Progelen : 2 2... ©. 127— 136.

2. Hauptitüd. Weber den Urfprung und die Entflehungs- weife der organifchen Reiche auf der Erde. Sie find aus der Erde felbit hervorgegangen, und neben ihrem eigenen Sein Entwidlungsitufen derfelben. Präftabilirte Harmonie zwi— fcben der Erde und ihren Organismen, Letztere find größtentheils Autochthonen e e . * [ « £) . er + ©. 136 143,

3, Hauptſtück. Ueber die primitive oder mutterlofe Zeu- gung. Die Wahrfceinlichkeit derfelben iſt auch Durch die neuern Entdeckungen von Fortpflanzunasorganen bei niedern Organis— men feineswegs widerlegt. Anfichten und Erfahrungen des Vers faſſers. Prieſtley ſche Materie. Bildung der. Schimmel, Infu— forien, Eingeweidewürmer . 2 2 20.2. ©. 143 154.

4. Hauptilüd, Entwidlung und Veränderungen der ora% nifchen Reiche. Thier- und Pflanzenwelt find größtentheils mit- nicht nacheinander entitanden. Es ſcheint hiebei ein Fort- fchreiten von unvollfommenen zu vollfommenern Weſen ſtatt ge funden zu haben. Spätere Veränderungen: Foffile Bilanzen und Thiere im Kohlen», Salz-, Dolith>, Kreide» und Miolaflen- gebirge nah Brom .... 2 6600.

Zuhalt. v

3. Hauptſtück. Unterſchiede und Hebereintimmung der 3 organifhen Neiche, nämlich des Pflanzen», Thier- und Menfchenreiches nach ihrem Bau und ihren DBerrichtungen. -Bflangen- und Thierreich berühren fich auf den tief- fen Stufen. Angabe der Mittelformen, welches nad) der Anficht des Vfs. die Diatomeen find. Snfuforienähnliche Keime von Algen . x...» U . ©, 169— 176,

6. Hauptſtück. Smdividualität der Drganismen. Bei den Pflanzen find die Blütben die wahren Individuen. Vergleihung des Pflanzenſtocks mit dem Bolypenitod ꝛc. Gattungen (spe- cies), Sipven und böhere Klaffififationsitufen. Be

hauptete Feitigfeit der Spezies . . ©. 177— 183.

7. Hauptflüh. Mannigfaltigfeit und Zahl der Drganis men. Grund und Bedingungen derfelben . . ©. 184— 186.

8. Hauptflüd. Von der Konformation des Thier- umd Pflanzenreiches. Ob ein Barallelismus zwifchen beis den vorhanden fei? Der Vfr. glaubt nicht, daß die Syms- bole der aufiteigenden Leiter, der Landfarte, des Netzes, der Fons zentrifchen, der 5 immer im größern eingefchlofenen Kreife ze. die wahre Anordnung der Gattungen des Thier- und Pflanzen: reiches ausdrüden, und vergleicht beide mit einem poerifchen oder mufifalifchen Kunitwerf, Wiederholung des Ganzen im Einzelnen. Ein Barallelismus des Thier- u. Pflanzenreiches findet nicht flatt. Frühere Verfuche des Vfrs., deren Konfor- mation zus zudrücken 5686 201.

9. Hauptſtück. Verhältniß unferer Syſtematik zur Konfor- mation der fefundären Naturreiche. Auch die fogen. natürl. Methode it nur eine Annäperung zur Wahrheit.

. ©. 201 204,

10. Hauptſtück. Kräfte, Erfcheinungen und Lebenslauf der fefundären Organismen. Metamorphofe, Neizbarkeit, Be riodizität, Stoffwechfel, Fortpflanzung - . . ©. 205— 212.

VI. Buch. Bon den Organismen der Plaftizität oder den Pflanzen.

giteratur.

1. HSauptflüd, Allgemeine Betrahtungen. . ©. 213—218,

2, Hauptſtück. Chemifche Verhältniffe der Pflanzen. Ein- fache Stoffe, binäre_ oder bibinäre Verbindungen. Drganifche Berbindungen; 4) Säuren, 2) indifferente organifche Stoffe, 3) organ. Salzbaſen Ba MEER SR ET AZER 2223,

3. Sauptfüd. Anatomifche Elementartbeile der Pflanzen. 2 Hauptformen derfelben; Zellen und Gefäffe. Berfchiedene Zellenformen, Saftgänge, Saftbebälter, Lufthöhlen. Inhalt der Zellen: Säuren, Zuder, Kautfchouf, Harze, Alfalien, Chlo- rophyll, Amylon, Kryſtalle. Verſchiedene a Gefäffe.

© 223.— 228.

4. Hauptilül. Drgane und Metamorphofe der Pflanzen. 2 Hauptfyfieme der Pflanze, auffleigendes und abfteigendes;,

vI gubalt.

Stamm und und. Wurzelformen, Stammformen. Aeſte. Rinde, Ball, Mark und Holz. Innerer Bau al diefer Organe bei Mono- und Difotyledoneen. Begriff des Blattes; Kelch, Blumenfrone, Staubfäden, Staubwege und Frucht find nur um- gemwandelte Blätter. Formen al diefer Theile; Blattſtellungen; Zahl und Stellung der Blüthentheile. Berigon, Antheren, Bol- len, Eierfiod, Eichen, Nektarien. Blüthenſtand. Innerer Bau der Blätter und Blüthentheile. Fruchtdecken, Fruchthülle, Frucht, Same. Samenhülle, Samenfern; Eiweiß, Würzelchen, Samen- lappen, Keimfnöspchen. Früchte der Kryptogamen; Sporen. Innerer Bau von Frucht, Samen, Spore. Vermehrungsorgane: Knospen, Zwiebel, Knollen, Rindenhöckerchen, Brutförner; innes ver Bau derfelben. Nebentheile: Haare, Stacheln, Drüfen, War- Bu, Innerer Bau der Oberhaut und der Nebentheile. Nüd- lid, Alle Bflanzgentheile, auch der Stamm laſſen fich als Blatt- bildungen erklären; das ganze Blattfyitem if nach beffimmten, fortfchreitenden Zahlenverhältniffen angeordnet. Die einfachiten Pflanzen beſtehen nur aus Zellen; entwideln fich aus einer Zellen- maffe; bei den PBhanerogamen hingegen entwicelt fich nur die im Keime vorgebildere Pflanze, Erläuterungen. ©. 2235—274.

5. Hauptſtück. Vom Leben der Pflanzen und feinen Er- enge im normalen und abnormen Zuftande. eugere Bedürfniffe der Pflanzen: Wärme, Licht (Wachen und Schlaf), Elektrizität, atmosphärifche Luft, Waller, Boden. Allgemeine Eigenfchaften der Pflanzenfubflang: Elaftizität, Hy» grosfopizität, Ausdehnbarkeit, Erregbarkeit. Verrichtungen der Elementartheile: Säftebewegung, Athbmung, Aufnahme und Aus- fcheidung. Verrichtungen der für die individuelle Erhaltung be- flimmten Organe: Aufnahme von Nahrung, Bildung des Nab- rungsfaftes, Aufnahme von Kohlenfäure,. Zerlegung derfelben, Ausfcheidung des Sauerftoffgafes. Eigenthümlicher Saft, Auss wurfsftoffe. Ernährung der Schmarogerpflanzen. Wachsthum der Zellpflanzen, Mond- und Difotyledoneen. Entfaltung und Lebenslauf der Blätter und Blüthenz Farben und Farbenwechfel. Blütbenzeit, Blürhenuhr. Anthofyan und Anthoranthin. Verrichtung der Drgane, welche für Erhaltung der Gattung be— fimmt find. Vermehrung duch Knospen (Dfuliren, Pfropfen, Ablaftiren), Zwiebeb, Knospenzwiebelchen, Brutförner, Knollen, Lentizellen. Fortpflanzung durch Gefchlechtsorgane; Prozeß der Befruchtung (Serualität der Bfl.), der Frucht- und Samen- reife, Ausfaat und Keimung bei Bhanerogamen und Kryptoga— men. Schlußbetrachtungen. Lebensdauer der Gewächſe. Die Pllanzenfeele. Erläuterungen, Pathologiſche Erſchei— nungen des Pflanzenlebens. Krankheiten, Mißbildungen. Hemmungsbildungen, Antholyfen, Vergeilung, Bleichfucht, Ent» fräftung, Brandfleden, Frofifpalten, Gefhmwüre, Brand, Wun- den, Brüche, Galläpfel. Krankheiten durch Schmarokerpflanzen. Vergiftung der Pflanzen; zerfiörende Inſekten 0. ©. 285— 346.

6. Hauptſtück. Bon den örtlihen und Flimatifhen Ber- hältniffen des Bflanzenreiches auf der Erde. Gtand- ort, Klima, Bertheilung der jährl. Wärme, Schneelinie, ifo- thermifche Linien. Verbreitungsbezirke der Pflangengattungen ; Verbreitung des Pflanzenreichs. Vertheilung der Zellpflanzen, Mond» und Difotyledoneen nach Sahlen. Vegetation zwifchen

Inhalt. vl

den Wendekreifen, den gemäßigten und falten Zonen. Negionen

der vertifalen Verbreitung. Vikarirende, ftelvertretende Pflanzen. ©. 846 360.

7. Hauptlüd. Bon den Beziehungen der Pflanzen zum Thier- und Menfchenreiche, und ihren Heilfräften. Nahrungsmittel, Gewürze, Dele, Harze, Bau- und Nubholz sc. Beziehung zwifchen den äußern Formen und innern Kräften der Bflanzen u RE 68

8. Hauptſtück. Syſtematiſche Weberficht des Pflanzenrei— ches. Verſuche zu Aufftellung von Pflanzenſyſtemen. Unter den Fünftl. Syfiemen das Linne’fche das vollkommenſte. Natürs liche Syſteme von Juſſteu, Defandolle, Bartling, Wilbrand, Martius, Reichenbach 3. Ueberſicht der Pflanzen nach den Prinzipien von Suffien und Dekandolle mit den Berbefferungen von Bartling und Bifchoff. Subregnum I. Plantae cellula- res. Classis 1 Cellulares. S$ubel. I. Aphyllae. Ordo 4. Fun-

inae. Familia 4, Fungi. O. 2. Alginae. 2, Algae. 3. Lichenes. ubel. I. Foliosae. ©. 3, Siphonocaulae. 4, Characeae. O. 4, Muscinae. 5, Hepaticae. 6. Musci. Subregnum II. Plantae vasculares. Regio I. Cryptogamae. Classis I. Vasculares Cryptogamae. ö. 5. Filicinae. 7, Filices. 8, Lycopodiaceae, 9. Marsileaceae. O. 6. Gonyocaulae. 40. Equisetaceae. Regio II. Phanerogamae. Classis 1. Monocotyledoneae. Subcl. 1. Eleu- therogynae. O. I. Glumaceae. {f. Gramineae. 42, Cyperaceae. O. 2, Juncinae. 43. Restiaceae. 44, Junceae. 45, Commelineae. O. 3. Helobiae. 46, Najadeae. 47. Podostemoneae. 48. Alismaceae. O. 4, Aroideae. 20. Aroideae. 24, Pandaneae. 22. Typhaceae. 23, Lemneae. O. 5, Palmae. 24. Palmae. ©. 6, Liliaceae. 25, Lilia- ceae. 26. Colchicaceae. 27, Asparageae, 28. Dioscoreae. 29, Ponte- deriaceae. Subel. 1I. Symphysogynae. O. 7, Ensatae. 30, Hy- poxideae. 34. Haemodoraceae. 32, Irideae. 33, Amaryllideae. 84, Gillesieae. O. 8, Orchideae. 35, Orchideae. O. 9, Scitamineae. 36. Scitamineae. 37, Cannaceae. 38, Musaceae. O. 10. Hydrocha- rideae. 39, Hydrocharideae. Classis II. Dicotyledoneae. Subcl. 1. Monochlamydeae. O.4. Ceratophyllinae. 40, Ceratophyl- leae. ©. 2, Aristolochieae. Al, Cytineae. A2, Aristolochieae. O. 3, Piperinae. 43, Piperaceae. 44, Chlorantheae. O.4, Coniferae. 45, Cycadeae. 46, Coniferae. O. 5. Amentaceae. A7, Casuarineae. 48, Amentaceae. 49, Juglandeae. O. 6, Urticinae. 50, Monimieae. 51. Atherospermeae. 52, Urticeae. O. 7, Fagopyrinae. 53, Poly- ger. 54, Nyctagineae. O. 8, Proteinae. 55, Laurineae. 56,

antalaceae. 57, Elaeagneae.: 58, Thymelaeae. 59, Aquilarineae. 60, Proteaceae. 64, Penaeaceae. Subel. II. Gamopetalae. O. 9, Aggregatae. 62, Plantagineae. 63, Plumbagineae. 64, Globularieae. 65. Dipsaceae. 66, Valerianeae. O. 40, Compositae. 67, Calycereae. 68, Compositae. O. 4. Campanulinae. 69. Goodenovieae. 70, Stylidieae, 74. Campanulaceae. O. 42. Ericinae. 72, Vaccinieae. 73; Monotropeae. 74, Ericeae. 75. Epacrideae. O. 13, Styracinae. 76. Ebenaceae. 77, Sapoteae. O. 14. Myrsineae. 78, Ardisiaceae. 79, Primulaceae. O. 45, Labiatiflorae. 80. Lentibularieae. 81. Personatae. 82, Gessnerieae. 83, Pedalineae. 84, Myoporineae, 85, Selagineae. 86. Verbenaceae. 87. Labiatae. 88, Acanthaceae. 89, Big- nonlaceae. 90, Cobaeaceae. O. 46. Tubiflorae. 94. Polemoniaceae. 92. Hydroleaceae. 93, Convolvulaceae. 94, Solanaceae. 95. Hypo-

VIII Inhalt. -

phylleae. 96, Borragineae. O. 47. Contortae. 97. Gentiäneae, 98, Asclepiadeae. 99. Apocyneae. 400, Strychneae. 404, Loganieae, O. 48. Rubiacinae. 402, Rubiaceae. 103, Caprifoliaceae. ©. 49, Li- gustrinae. 404, Jasmineae. 405, Oleinae. Subecl. Ill. Choristo- petalae. O. 20. Loranthaceae. 1406. Loranthaceae. O. 21. Um- belliflorae. 407. Umbelliferae. 408, Araliaceae. 109, Corneae. 410. Hamamelideae. O. 22. Cocculinae. 111. Berberideae. 412, Me- nispermeae. O. 23. Trisepalae. 413. Myristiceae. 414, Anonaceae. O. 24. Polycarpicae. 445. Magnoliaceae. 116. Dilleniaceae. 417. Ranunculaceae. ©. 25, Hydropeltideae. 118, Cabombeae. 419, O. 26, RhGßeadéae. 120. Tremandreae. 124, Poly- galeae. 122, Resedaceae. 423, Fumariaceae. 424. Papaveraceae. 125. Cruciferae: 426. Capparideae. O. 27. Peponiferac. 127, Samydeae. 128. Homalineae. 429, Chailletiaceae. 430, Passifloreae. 4314, Turne- raceae. 432. Fouquieräceae, 133. Loaseae. 134, Cucurbitaceae. 135, Grossularieae. 136. Cacteae. O. 28. Cistiflorae. 437, Flacourtia- neae. 438. Marcgravieae. 439, Bixineae. 440, Cistineae. 441. Viola- ceae. 442, Droseraceae. 143, Tamariscineae. ©. 29, Guttiferae. 144, Frankeniaceae. 145. Hypericineae. 146, Garcinieae. O 30. Ca- ryophyllinae. 447. Chenopodeae. 448, Amaranthaceae. 149, Phy- tolacceae. 450, Paronychieae. 451. Portulaceae. 152. Caryophylleae. O0. 31. Succulentae. 153. Mesembryanthemeae. 154. Crassulaceae. 155. Saxifrageae. O. 32, Caly ciflorae. 1456. Halorageae. 157. Lythrarieae. 158. Onagrarieae. 459. Philadelpheae. 460, Bihizophoreae. 161. Vochysiaceae. 462. Combretaceae. 463. Alangieae. ©. 33. Ca- lycanthinae. 164. Granateae. 465. Calycantheae. ©. 34. Myrtinae. 466. Memecylese. 467, Melastomaceae. 168. Myrtaceae. O. 35. Lam-

t prophyllae. "469; Camellieae. 470. Olacineae. 471. Ternstroemiaceae. 472. Chlenaceae. O. 36. Columniferae. 173. Tiliaceae: 474. Elae- ocarpeae. 475. Buttneriaceae. 176. Malvaceae. 177. Bombaceae. O. 37. Gruinales. 178. Balsamineae. 479. Tropaeoleae. 180. Geraniaceae.

" 481, Lineae. 182. Oxalideae. 0.38. Ampelideae. 153. Ampelideae. "484, Meliaceae. O. 39, Malpighinae. 185, Malpighiaceae. 186. Acerineae. 487, Coriarieae. 188. Erythroxyleae. 189. Sapindaceae. 490. Hippocastaneae. 491. Rhizoboleae. O. 40, Tricoccae. 192, 'Euphorbiaceae. 493. Bruniaceae. 494. Rhamneae. 495. Pittosporeae. 496. Celastrineae. 497. Hippoerateaceae. O. At, Terebinthinae. 198, Ochnaceae. 199, Simarubeae. 200, Rutaceae. 201. Zygophylleae. 202. Aurantiaceae. 203. Terebinthaceae. O. 42, Rosiflorae. 204. Ro- saceae. O. 43, Leguminosae. 205. Leguminosae. G. 364— 466.

Fünftes Bud.

Bon den Mineralien.

I. Hauptftück, Einleitende Betradhtungen.

Unfer Planet, deffen Betrachtung den Gegenftand des viers ten Buches bildete, ift nur ald Ganzes Fosmifch befebt. Den Theilen, aus welchen feine Feſte bejteht, fommt nur das allgemeine Leben der Materie zu; fie find zum Theil nur Produfte des Lebens der Erde (wie die zufammtengefeßten organifchen Verbindungen im Thier⸗ und Pflanzenleibe); hervorgegangen aus dem Kampf widerftreitender Prinzipien und deren Ausgleichung darftellend. Eben defhalb, weil fie außer. jenen Kampf, jene Fluftuation geftellt wurden, tragen fie den Charafter der Beharrlichfeit an fi. Jene eigenthümliche Kombination von Erdfräften, welchen die Mineralien ihr Dafein verdanfen, ift vorüberges

gangen; die jet herrfchende hat ein anderes Ziel ihres Wirfens. | MWahrfcheinlich entftand die Mineralwelt durch den Lebens: prozeß der Erde, unabhängig von deren jeßigem Berhältniß zur Sonne, an welches hingegen die fefundäre DOrganifation fo aus genſcheinlich gebunden if. Die Iebendige Kraft, welche den Erdförper durchdrang, erging fich, nach deffen Sunerm, auf ſich felbft gewendet, in Stofffombinationen und Kryftallbildungen Art, in einer Ausdehnung und Intenſität, von der jetzt

I. 1

D. N. HILL LIBRARY North ‚Carolina State: College:

2 Allgemeine Naturgefchichte. V. Buch.

nur noch ſchwache Nachklänge vorhanden find, und die aufgehört hat, nachdem die vollftändige Trennung des Flüffigen und Feften erfolgt, nachdem die Hauptmaffen gebildet waren, und die Ober: fläche des Maneten, aus Erd» und Kalimetallen beftehend, durch die Einwirkung der Sonne in die Atmofphäre (das vermittelnde Organ zwifchen Sonne und Erde), ihren metallifchen Charakter verlor und mit der fortfchreitenden Verwitterung zum Dafein organischer Wefen geeignet wurde. Die Mineralwelt ift eine Zeugin der mächtigften eingreifendften Vorgänge, eine Zeugin der frühern, eigentlich planetariſchen Periode des Erdelebens. Jetzt ftellt fie das Ruhende, das Subftantielle des Planeten vor, im Gegenfaß zu Luft und Waffer, Im ihr hat die Attraftiong- kraft der Erdfeele über die fi derifchen Einwirkungen, deren Zug

Meer und Atmofphäre gehorchen, den Sieg errungen. Die

Maffe der Erdfefte überwiegt weit jene ihrer beweglichen Hüllen. Den Kampf, welcher der Differenzirung der urfprüngfich gleich artigen Erdmaffe in die drei Hauptformen.der Aggregation, der feften, flüfigen und gafigen, alfo der Scheidung von Erde, Waſſer und Luft vorausging, begleitete das Spiel chemifcher - Gegenfäße der Subftanzen. Es begann ein allgemeines Suchen umd Fliehen in der gährenden Maffe, ein Anziehen und Ab— ftoßen, Mifchen und Entmifchen, wechfelnde Verbindung, Auf föfung und Sättigung, bid endlic, in diefem in der Materie erfcheinenden Gedankenchaos ſich das Verträgliche gefunden, alfe Gegenſaͤtze erfaßt, durchdrungen, befchränft hatten und als ihr Refultat und Ausdruck alle Stofffombinationen und Minerak formen entftanden waren. Dann wendete ſich das nun weiter fehreitende Leben der Erde nach ihrer Oberfläche, neue Gegner, neue Kämpfe, neue Ausgleichung ſuchend und fand dieſe im Wechſelſpiel mit der Sonnenkraft und im Darftellen der ſekun⸗ dären Drganifation. So fteht die Mineralwelt in dem von ihr gebildeten erftarrten, ſchweigenden Erdinnern, als Denkmal einer ungeheuern Vergangenheit da.

Nimmt man an, daß eine homogene Urmaterie beftand, ‚fo würden, die Mineralien deren verfchiedene Zuſtände und Rich— tungen und die verfchiedenen Kombinationen diefer darftellen.

Der allgemeinfte Charafter der Stoffwelt ift, wie ſchon Bd. I.

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I

Einleitende Betrachtungen. 5

S. 143 angegeben wurde, Metallität. Der ganze feite Erd förper befteht faft nur aus Metallen, nad) der Oberfläche zu mehr aus denen der Erden und Altalien, nach der Tiefe zu nothwendig mehr aus fehweren Metallen, wie diefes die mittlere Dichtigfeit der Erde lehrt: Den metallifchen Maffen, aus wel: chen die Erdfrufte befteht, find große Maſſen organifcher Webers bleibfel eingelagert, wozu die Steinfohlen Goielleicht nur zum Theil), Braunfohlen, der Asphalt, Bernftein, Netinit ꝛc. ge hören. Die Metalle der Erdrinde find in den verfchiedenften Berhältniffen mit Sauerftoff, Kohlenftoff, Schwefel, Säuren te. wie unter fich verbunden, und ftehen befanntlich in einem mehr oder minder heftigen eleftrifchen Gegenfaß zu einander. Man muß, ftatt die edlen Metalle, als die reinften und entfchiedenften, für die Grundlage anzufehen, an welche fich alle andern nach verfchiedenen Richtungen anfchließen, fie eben wegen ihrer Spe— zialität und Entfchiedenheit für aus dem Allgemeinen hevvorge: gangene, gleichfam von ihm Abgefallene, zu Befondern gewor—⸗ dene betrachten. Es leuchtet ein, wie intereffant es wäre, zu einer genetifchen Darftellung, zu einer Entwicklungsgeſchichte der Mineralien, aus einem hypothetifchen Urſtoff oder wenigen Grundfioffen (den Typen in der organischen Natur vergleichbar) zu gelangen, zu welcher jedoch, außer Steffens,- faft Niemand Borarbeiten und Anfichten geliefert hat. Nach Steffens. find- die edelften und Dichteften Metalle die Gentralpunfte der Metallität, von welchen ſich dieſe nach einer Seite in die fohärenten Mes talle, das Eifen, Kupfer ꝛc. nach einer andern in die weniger fohärenten, das Blei, Zinn ꝛc. entwicelt hat. Die in der erften Reihe hervortretende Härte ging endlich in Spröde und Flüdıs tigfeit, die Weichheit der zweiten in LeichMflüffigfeit über. Die etwaige Umbildung verfchiedener Mineralien ineinander in der großen Natur, die Erzeugung zufammengefettter Mineralien aus Elementen, das Fortbilden und Fortwachfen von Mineralien ıc. find gleichfalls noch wenig erforjchte Verhältniffe, über welche einiges Erfahrungsmäßige unten mitgetheilt wird. Die ſämmt⸗ lichen Bd. I. ©, 148 ff. nebft ihren hauptfächlichften- Berbin- dungsweiſen angeführten Grundftoffe finden fich in der Mineraf- welt, während in. den Organismen nur ein Theil von ihnen

A Allgemeine Naturgeſchichte. V. Buch.

angetroffen wird. Einige kommen in erſtaunlicher Menge vor; fo ganz beſonders das Eiſen, welches allenthalben, in ſehr ver— ſchiedenen Verbindungen und Geſtalten über die Erde verbreitet iſt, vielleicht als Magneteiſenſtein den Erdkern bildet, am Teich teſten die magnetiſche Kraft des Planeten annimmt, als Magnet- nadel auf die Erdpole hinweist, und fogar im Blute der Kepha- lozoa und des Menfchen umrollt. Kaleium und Silicium kommen gleichfald in ungeheuern Maffen vor; das erfte, als Kalf uns zählige Gebirge bildend, fteht in einer fo nahen Beziehung zum Xhierreiche und feinem Auftreten auf der Erde, daß Manche allen Kalk von der thierifchen Drganifation ableiten wollten, während das, die fogenannten Urgebirge mit bildende Silicium mehr mit der Pflanzenwelt in. Verbindung fteht, Dem fid an Arfenit und Selen anfchließenden Schwefel haben Manche, troß feiner erftaunlichen Menge, gleich dem Phosphor, orga— nifchen Urfprung zugefchrieben; ja felbft der Diamant, der reinfte verbrennliche Kohlenftoff, einer der merfwürdigften Mineral förper, wurde fchon für ein Prgduft urmweltlicher Begetabilien gehalten. Unter den Salzen fcheint namentlich das in fo ges waltigen Maffen vorfommende Steinfalz eines der legten Pros dufte der die Fryitallinifchen Gebirge bildenden Kraft zu fein, in welchem diefe fo wenig bindend wirfte, daß es felbft an der Luft ſchon zerfließt.- Wenn die jebigen Gewäſſer faft nur die Salze gelöst erhalten können, welche Macht gehörte dazu, fofern hier allein der Chemismus gewirft hat, die Metalle, die granitifchen Gefteine und den Diamant ıc. gelöst zu erhalten!

Die Mineralien find an feine geographifche Breite gebunden, | wie. die Organismen und geben fich dadurch als planetarifche, von der Sonne unabhängige Bildungen fund. Das Gold, die N atina, den Diamant glaubte man fonft auf die Aequatorial⸗ zone beſchränkt, aber die Auffindung ungeheurer Quantitäten von ihnen im Ural bis an die Küſte des Eismeers hin hat dieſes vermeintliche Geſetz umgeſtoßen. Während die Gravitation elipfoidifche Körper bildet, die fefundären Organismen aber meis ftens von fehr verwicelten Kurven begrenzt werben, find den Mine valien die geometrifchen Geftaltungen eigen. Man konnte faft verfucht fein, die Kryftalle, ftatt fie (wie wir Bd. I. ©. 115 gethan

- Einleitende Betrachtungen. S.

haben) für Aggregate von materiellen Kräftepunften zu halten, welche fich nad) ihren Anziehungsaren zu geometrifchen Körpern. vereinen, für individuelle Bildungen anzufehen, wie von fehr vielen Naturforfchern wirklich gefchieht. Diele letztere Anficht fcheint dadurch unterftüßt zu werden, daß allent- halben in der Mineralwelt ein Beftreben hervortritt, in abge fonderten Geftalten zu erfcheinen, von den Felönadeln eines Granitgebirgs, welche über die fie umgebende Titanenwelt empor; zufteigen ftreben, bis zu den kryſtalliniſchen Partikeln, aus wels chen ein Handftüc derfelben befteht. Die Mannigfaltigfeit der Mineralien ift viel weniger groß, als jene der organifchen Weſen, und der Begriff ver Species, welcher bei dieſen meifteng fehr klar ausgefprochen ift, verbirgt und maskirt fich bei jenen fo fehr, daß das, was im Pflanzen» und Thierreiche Species genannt wird, bei den Mineralien faum anzutreffen ift.

Nur andeuten können wir, wie verfchieden fich die Mine: ralien in ihren arzneifichen Wirkungen zum menfchlichen und thierifchen Organismus verhalten. Die beiden entgegengefeßten Pole fcheinen hier das heilfame, Eräftigende Eifen und der feind- liche, ſchnell zerftörende Arfenif zu bilden. Bekannt ift die merfwürdige und genuine Beziehung der Metalle und Steine ald Gegenftand des Befies, zum Menfchen. Shr Glanz und Klang, ihre Härte und Beharrlichfeit bei Einwirfungen, denen alles andere Srdifche unterliegt, mögen, auch abgefehen von ihrem repräfentativen Werthe, eine geheime Achtung für ihr inneres Weſen erzeugen, die oft zur wildeſten Begierde nach ihrem Beſitz ausartend, dem Menſchengeſchlecht Blut und Thränen in Fülle gefoftet hat.

Zu dem Bd. 1. ©. 14s ff. über die chemiſchen Verhältniffe Gefagten iſt noch zu bemerfen, daß mehrere jener chemifchen Elc- mente für fih Mineralien bilden; fo viele Metalle, Schwefel, Koh» lenſtoff ꝛc., die meiften Mineralien beftehen aber aus zwei oder mehreren Elementen, die jedoch immer zu zwei und zwei, alfo binär, mit einander verbunden find, mit Musnahme der nur uneigentlich zu den Mineralien zu vechnenden organifchen Verbindungen, welche termäre oder quaternäre Kombinationen find. Eine fehr große Role fpielt bei den fo vielfachen Verbindungen, welche die Mineralien darftelen, der Sauerſtoff, der mit allen übrigen Stoffen

6 Allgemeine Naturgeſchichte. V Buch.

Berbindungen eingeht, die nach ihren Graden Suboryde, Drydule, Oxyde, Hyperoxyde und wenn fie fauer reagiren, Säuren genannt werden. Reduktion oder Desorndation heißt die Trennung des Sauerflofs von einem andern Körper. Der Waſſerſtoff Fommt in den Mineralien nur fehr fparfam vor. Sehr zahlreiche Verbindungen geht das Silicium ein; fie werden Silikate genannt. Ueber Entflehung und Verwandlung der Mineralien iſt noch wenig beobachtet. Feuchtigkeit und Wärme, Licht und Luft, oder eigene innere Zerſetzung bewirken Veränderungen in ihnen, welche mehrentheils von außen, feltener von innen nach außen fortfchreiten. Hiebei bleibt oft die Form gänzlich diefelbe, wenn die Subftang verwandelt wird, nder Subſtanz und Form werden anders, Wenn aus der Kupferlafur ein Theil der Kohlenfäure entweicht, fo wird jene zu Malachit. Becquerel bat auch mittelft fchwacher elek— trifcher Kräfte Malachite gebildet, den natürlichen ähnlich. Ein Stüd Grobfalf wurde ganz im eine Löſung von falpeterfaurem Kupfer gebracht; feine Oberfläche bedeckte fich mit Fleinen Kryſtallen von Kupferfubnitrat. Diefe Zuſammenſetzung, in Berührung mit einerAuflöfung von Sodadpppelfarbonat gebracht, wurde in Doppel- Farbonat von Kupfer und Soda verändert, welches mit fchwefel- faurem Kupfer behandelt, ein Kupferfubfulphat erzeugte und Fohlen- faures Kupferhydrat. Mit fehr fchwachen eleftrifchen Kräften Fam B. zum nämlichen Nefultat. Man bedeckt eine Kupferplatte mit Kry— finllen von Doppelkupferfarbonat und Doppelfodafarbonat, und richtet den Apparat fo, daß die nämliche Platte in Waffer tauchend der pofitive Bol ſei; man läßt dann langfam Sauerfioff und Schwefel fäure dahin gelangen, um das Kupfer zu orydiren und das Doppel- Farbonat zur zerfeßen. Es bildet fich dann fchwefelfaure Soda, welche aufgelöst bleibt, und Eohlenfaures Kupfer, welches in Fleinen Nas deln Eryitalifiet: Sitzg. der franz. Akad. 3. Auguſt 1835, Inst. 1835 pP: 252, Wenn Nothfupfererg Kohlenfäure und Waffer aufnimmt, fo wird es ebenfalls zu Malachit; Eifenkies wird zu Brauneifenflein; wenn zu ihm Sauerſtoff und Waffer treten, der Schwefel aber ent- weicht. Bei diefen Veränderungen fehreitet die Umwandlung von außen nad) innen fort und die Form bleibt meiftens diefelbe. Karften in Freiberg fendete 1834 an Mitfcherlich einige fchöne Kryſtalle von prismatiſchem Feldfpath von Heine im Augenblid der Auslaſſung eines Kupferhochofens zu Sangershaufen, an einer der Wände in der Mitte von Zinffryfiallen gefunden. Bruch mufchlich, Oberfläche theils geſtreift, theils glatt, Glasglanz, blaß vofenroth zum violett neigend, durchfcheinend, zerbrechlih. Härte 6, Schwere 2,50: Beſtehen vorzüglich aus Fiefelfaurem Aluminium und Potaſſium, wie der Feldfpath; dann aus Spuren von Manganeflum und Kalkoryd. Man keunt die Bedingungen ihrer Bildung nicht. Mitfcherlich

Einleitende Betrachtungen. 2

bemerft, daß er oft, aber vergeblich verfucht babe, fünftliche Feld» ſpathkryſtalle herzuſtellen. Immer erhielt ex nur eine teigige Maſſe. Deswegen kann ſich der Feldſpath in dünne Fäden ziehen, wie man es in der Natur an den Trachyten des Mont Dore bemerkt. Unter den Mineralien, welche Aluminium enthalten, habe er nur vom SZdokras und Granat Kryſtalle erhalten. Die künſtliche Bildung der Feldfpathfryftalle löst eines der ſchwerſten Probleme der Fünflichen Mineralienerzeugung, welche fo helles Licht auf die Nevolutionen - der Erde werfen, und hoffen läßt, dab man nächſtens den Felde ſpath von allen Größen und nah Willkühr wird bilden Fon nen. (Neues Jahrb. f. Mineral, 1835, 4. Lief. ©. 31.) Gaudin hat in nenefter Zeit Fünfliche Nubine gebildet. Er fchmelzt das Aluminium im Alaun durch eine mit Wafferflof und Sauerftoffgas genährte Löthrohrflamme und giebt entfprechende Duantitäten Chrom und Silicium dazu, wodurch er Fryftalliftrte Rubine erhält, die in ihrer Mifchung ganz den natürlichen gleichen. Sn einem Töpferofen zu Oranienburg bemerkte man die Bildung fchöner Eifenorydfryitalle, Das zur Glafur der Gefchirre in den glühenden Dfen geworfene Kochſalz wurde dampfförmig von dem in der Mafe enthaltenen Silicium zerfeßt, wobei Natron gebildet wurde, das fich mit dem Silicium zu einem glasartigen Heberzug verband. Die freigewordene Salzſäure wirkte auf das Eifenoryd der Geſchirrmaſſe, es bildete ſich Ehlvreifen und Waſſer. Das Chloreifen wurde fublimirt, an den weniger heißen Stellen des Dfens abgefebt und dort bei fortwährend einwirfenden Wafferdämpfen, allmälig in kryſtalliſirendes Eiſenoxyd und in entmweichendes Chlorgas zerfeht. So erflärt Mitfcherlich die Bildung diefer Eiſenoxydkryſtalle. Aus Strahlfies entficht durch Zerſetzung Eifenvitriol, aus Bleiglanz Eohlen- oder phosphorfaures Blei. Hiebei fchreitet die Umwandlung von Innen nach Außen und die Form wird verändert. Waſſer bildet mit Eifenfies eine Auf» löſung, aus der ſich Eifenvitriolfryftalle ausfcheiden. In Falten und heißen Quellen ſetzen fich Kalftuf, Kiefeltuf, Schwefel, Eifenfies, Borarfäure ab, Aus Gebirgsarten blühen oder wittern aus Alaun, Bitterfalz, Kalifalpeter. Durch vulfanifche Thätigfeit entſteht eine Reihe von Mineralien; f. Bd. 1. ©. 431. Durch Schwarz- und ‚Braunfohlenbrände entfliehen Aaun, Schwefel, Schererit. Körner von Eifenfies entitchen in der. Atmofphäre und fallen bisweilen in Hagelförner eingefchlofien herab. _.

Dffenbar ſtammen auch einige bis jet als eigentliche (amorphifche) Mineralien angefehene, wenigftens dem größten Theil ihrer Maffe nach, aus der organifchen Natur, wie aus Fifcher’s, Ehrenberg’s, Retzius und Turpin’s Beobachtungen hervorgeht, wornach ſſe aus den Fiefeligen Banzern mancher Bacillaricen und Infuforten gebildet find. CH. Fifcher, Beſitzer der Porzelanfabrif in Pirfenhammer

8 Allgemeine Naturgeſchichte. V. Bud.

bei Karlsbad, hatte beobachtet, daß die in Torfmooren bei Franzensbab vorkommende, dem Kiefelguhr ähnliche Subſtanz faſt ausſchließlich aus dem Panzer einiger Arten von Navicula beftehe, und der feuer beftändige Nückſtand des fielenweife ausgeglühten Meerbodens zu fein ſcheine. Ehrenberg beflättigte, daß fie meiftens aus Naviculis und einigen andern Bacillarieen befiche, deren ganz durchfichtige Kiefelpanger wohl durch auferordentliche Glühhite gereinigt und zu⸗ fammengehäuft werden, glaubt aber nicht, daß fie Meeresboden angehörten, weil die meiften mit der gemeinen Süßmwaffergattung N. viridis übereinftimmen. Die Kiefelguhre von Isle de France und St. Fiore in Toscana beſtehen nach Ehrenberg, aus Schalen mehrerer fat ſämmtlich noch lebender Bacillarieen (fo wie aus feltenen Kiefelfpindeln von See- oder Süßwaſſerſpongien) ohne Bindemittel. . Schon rüber wies Ehrenberg nach, daß die dottergelbe fchleimige, für abgefehtes Eifenoryd gehaltene Eubftanz im Boden von Sumpf gräben, ebenfalls eine fehr feine Bacillarice fei, welche beim Glühen fich wie Eiſenoxyd röthet, Fark eifenhaltig ift, aber weder durch Glühen noch Säuren die Form verliert, folglich einen Kiefelpanzer hat. Diefelben Fiefelhaltigen Gliederfäden zeigt aller den Aafeneifen- ſtein umgehende Oder, als Rückſtand nach dem Auslaugen des Eifens. Senes Bacillariee, die Gaillonella ferruginea, fpielte wahrfcheinlich beim Entfiehen der Nafenerze eine wichtige Rolle, entweder duch Sum⸗ miren ihres eigenen Eifengehaltes oder Anziehen des in der Nähe befindlichen. Kiefelerde und Eifen fünnen ebenfo von winzigen Thie⸗ ren abflammen, wie z. B. Kalferde von Konchylienfchaalen. . Es gab - alfo Gewäffer, nur mit ungehenern Mengen diefer Fleinften Orga- nismen erfüllt, welche durch gewaltige Feuerfataftrophen eigentliche Mineralien darftellten. Allg. 3tg. 27. Suli 1836, ©. 1374. Bericht über die Verb. der k. p. Akad. im Juni 1836. Nachdem Ehrenberg 1834 gefunden hatte, daß die gelbe Subflang der Torfmoore und Duellen aus Gaillonella ferruginea, das organifche Sediment vom Karlsbader Sprudel aus Bacillaricen,. wie fie bei Havre und in der Dfifee vorfommen, gebildet fei (wobei er entdedte, daß die Zahl der Querſtreifen oder innen Rippen diefer Körper in einem genauen - Berhältniffe zu ihrer Größe ſtehe), unterfuchte er die preußifchen Soolwäſſer und fand in dem bei Kolberg die Gaillonella ferruginea in großen Maſſen. Fifcher entdeckte, wie bemerkt, daß die Fiefelerdigen Maffen (Kieſelguhr) der Torferde v. Franzensbad aus navieulis ähnlichen Körperchen beftche, die durch Feuer gereinigt und durch Verbrennen des Moorbodens zufammengehäuft ſchienen Später fand Ehrenberg, daß die verfchiedenen Bergmehle und Kiefelguhre aus Kiefelpanzern der Bacillarieen mit einigen Spongienreften beftehen. Won den 28 entdeckten Speciebus leben 18 noch jetzt. 1836 erfannte er auch alle Biliner Bolirfchiefer als Konglomerate einer noch lebenden Bacillarier.

Einleitende Betrachtungen. 9

Der fogenannte Saugfchiefer oder verhärtete Bolirfchiefer it ein nicht mehr reines, fondern cämentirtes Snfuforienfonglomernt. Saug— fchiefer und Bolirfchiefer befiehen aus Gaillonella distans, deren Ins dividuen in erſterm durch ein Fiefeliges Cäment verbunden find. Der Saugfchiefer gebt durch allmälige Zwifchenfiufen in Halbopal über. Die Gaillonella distans fcheint oft deutlich durch Auflöfung das Hlasartige Cäment geliefert zu haben, in welchem Gaillon. varians mit Spongiennadeln wohl erhalten eingefenft iſt. Ehrenberg glaubt, daß bloßes Waſſer ganz ruhig, oder ein anderes nicht flußſaures Lö— fungsmittel den Halbopal aus den Kiefelfchalen der abgeftorbenen Baecillaricen fo bilde, wie der Teig aus Mehl entſteht. Wäre der Prozeß durch Feuer bewirft, fo würde die zarte Schichtung nicht geblieben fein, die man oft bemerft, und die gelben eifenhaltigen Halbopale könnten nicht beim Glühen roth werden, da fie den höhern Drydationsgrad ohnedem ſchon an fich tragen würden. Auch die Planitzer, Gaffeler, Habichtswalder Bolirfchiefer beftehen aus Scha— ‚Ten verfchiedener Bacillaricen; ebenfo die Halbopale von Ehampigny, die Dolerite von Steinheim bei Hanau, der Gerpentin von Koßwitz. Die weißlichen und gelblichen opafen Feueriteingefchiebe der Marf bei Berlin und das weiße Mehl zwifihen ihnen enthalten viele ein» gefchloffene fpindel- und kugelförmige Körperchen, den Spongienficfels nadeln und der Bacillarienfippe Pyxidicola vergleichbar. Jenes weiße Mehl halt Ehrenberg für den Primitivzuftand der Feuerſteine, die durch eindringende Flüſſigkeit aus demſelben, wie Klumpen im Teige, gebildet worden wären. Der Edelopal von Kaſchau iſt innen ſchon ſehr homogen, aber das ihn umgebende ſteinmarkartige Mutterge— fein zeigt wieder deutlich die ſchon zum Theil aufgelöste G- distans. Ganz oder theilweife beitehen alfo aus Bazillarienpanzern, von der . neuefien Formation: Bergmehl, Kiefelguhr; von ZTertiärgebilden: Bolirfchiefer, Saugfchiefer, die Halbopale des Bolirfchiefers. Höchſt mwahrfcheinlich eben fo verhalten fich, von neueſten Bildungen: Gelb- erde, Raſeneiſenſtein; von GSefundärbildungen: die Feuerfleine der Kreide; von Steinarten, die mit primären oder Altern vulfanifchen in Verbindung fiehen: die Halbopale des Dolerits, die Halbopale, gemeinen und Edelopale des Porphyrs, gewiſſe Steinmarfe. Nach— träglich bemerft Ehrenberg, daß: auch die Feuerfteine von Delikfch eine große Menge Schalen noch jetzt lebender Bacillarieen ent— halten; befonders von Xantbidium (fureatum, aculeatum, hirsutum, delitiense) außerdem noc, in großer Menge die Banzer von mehreren Gattungen von Peridinium, (pyrophorum, priscum, wahren Snfuforien) alle zwifchen zerfallenen oder fait aufgelösten Algen und Scepflangen, Spyongiennadeln und Flufiren liegend. Einige Feuerfteine enthielten . auch Bentafriniten- und Echinitenabdrüde, einer eine Catenipora, Das Gefchiebe der Mark, welches Klöden Schwimmflein nennt,

40 Allgemeine Naturgeſchichte. V. Bud,

beſteht aus Kiefelfpindeln und organifchen Kugeln, wie die Feuer- feine der Mark, zu welchen er fich fo verhält, wie der Bolirfchiefer zum Opal. Sn den Polirfchiefern von Rione in der Auvergne er Fannte Ehrenberg Fonifche Stäbchen (Kiefelfpindeln ?) und fehr deut⸗ liche eylindrifche Röhren, wahrfcheinlich eine neue Gaillonella, deren Glieder (Thiere) fehr lang genredr find. Ehrenberg läßt fogar die Vermuthung durchblicken, daß die theils alten, theils neuen Sätze, omnis calx e vermibus, omnis silex e vermibus," omne ferrum e ver- mibus, fich beftättigen könnten. (mtl. Bericht über die Verh. der deutfch. Naturf, zu Sena, 1836. ©, 69 f. Wirgmann’s Arch, für Naturgeſch. 1836. Bd. I. ©. 333. Daſelbſt it angegeben, daß Gail- lonella distans, welche fait ohne Bindemittel den Bolirfchiefer von Bilin bildet, gewähnlich YAss’/’/ groß if, und fich mithin in einem Kubikzoll diefes Geſteins 41,000,000,000 Individuen finden, Ferner vergl. Wiegmann’s Arch. 4837. Bd. 1. ©, 273 ff. 275 ff.) Ehrenberg hat auch ſonſt noc) eine Menge anderer Mineralfubllangen unterfucht, in welchen er feine organifchen Bartifeln fand, aber ihre Zufammen» febung aus regelmäßigen Körperchen erfannte. Turpin’s Beobach— tungen finden fich im Märzheft 1837 der Annal. d. science. nat. nouy. ser. Retzius hat das Bergmehl unterfucht (die Lappländer und die Chi— nefen effen dafjelbe in Zeiten der Noth, und erftere mifchen es unter ihr Korn- und NRindenmehl) und es aus Kiefel -(silex), thierifcher Materie und Frenifcher Säure zufammengefebt gefunden. Unter dem Mifrosfop entdeckte er im felbem 19 Species verfchiedener Infu— forien mit Fiefelartigen Banzern, unter welchen Ehrenberg noch mehrere als jebt um Berlin lebend fand, Vielleicht beiteht auch die Erde, welche nach Humboldt mehrere füdamerifanifche Völker bei Hungersnoth genießen, größtentheils aus folch thierifcher Subſtanz. (Sikung d. franz. Afad, v. 27. Februar 1837.)

Aus der prganifchen Natur ſtammen ferner alle fogenannten foffilen organifchen Berbindungen, vielleicht überhaupt die meiften Snflammabilien Werners. Der Bernftein wird allge mein für das Harz einer vorweltlichen Gonifere gehalten. Brof. Aleſſi will den wahren Nrfprung des Bernfteins zwifchen- Baſt und Rinde eines Ligniten der tertiären Schichten der Thäler von Caſtro giovanni gefunden haben. (Mem. dell Acad. Gioen. di Catan. 4829.) Veber die Art, wie die Chinefen die Bildung des Bernfteins anfehen, bat Hr. von Paravey der franz. Afademie unterm 9. Nov. 1835 folgende Notizen aus chinefifchen Schriften mitgetheilt: „Der Ben- tfao fagt, daß der hou-pe Cchinefifcher Name des Bernfleins) auch Kiang-tchu genannt wird, d. h. Perlen oder Thränen des Kiang, nämlic) der großen Flüffe oder Meerarme, wie die Alten von ihm als Broduft des Eridanus od. Bo fprachen*). Geine Bildung erklärt er

*) Paravey fpielt bier ohne Zweifel auf Plinius L:. XXXVII. 11,2,

*

Einleitende Betrachtungen. / 41

alſo: Das Harz der wilden Fichte (tehy) oder Kerche (song) 1000 Sabre unter der Erde gelaffen, giebt den fou-ling, cine Art Aus» wuchs der tiefen Wurzeln der Lerchen, oder alten Fichten, deſſen Gegenwart in der Erde fich durch einen Teuchtenden Dampf verräth, welcher über dem Drte fchwebt, wo die Wurzeln diefer Bäume fich befinden, nachdem man den Stamm an der Erde abgehanen bat. Der fou-ling 1000 Jahre, oder fehr lange Zeit in der Erde gelafien, giebt den hou-pe der khou-pe, nämlich den Bernſtein oder die gelbe Ambra. Endlich der hou-pe 1000 Sahre in der Erde bleibend, giebt den ſchwarzen Stein to pder to-pe, der offenbar nichts anders if ‚als der Gagat. Birlet, abweichend von der gewöhnlichen Anficht, glaubt, daß die Er dharze vulfanifchen Urſprung haben, und beruft ich auf die Befchreibung, welche Lenz, den die E. Akad. zu Petersburg 1830 nach Baku und an die Kürten des Kaspimeeres fehidte, von den Naphthaquellen und den ewigen Feuern giebt. Lenz glaubt ebenfalls an den vulfanifchen Urfprung der Erdharge, (L’Institut 4834, p. 356,) Virlet führt an, daß fogar die Alteiten von Foſſilien freien, oft ganz förnigen und weißen Kalkſteine Griechenland’s won Bitumen durchdrungen feien und ſtänken. Nimmermehr könne die große Menge Bitumen auf der Erde von Zerfehung vegetabilifcher Weberbleibfel oder langfamer Dertillation der Steinfohlen herrühren, obwohl dieß in manchen Fällen möglich fei. (I. c. p. 184.) Reichenbach in Blansfo hingegen behauptet, daß das Steinöl bereits ganz gebildet in den Steinfohlen beſtehe und einer ihrer Eonftitutiven Theile fei. Es fei nur das Terpentindl vorweltlicher Goniferen. (l. ce. p- 182.) Weber den Torf vergl. Dr. Wiegmann: Weber die Entitehung, Bil— dung und das Wefen des Torfes, nebft Anhang über Entſtehung, Bildung und Wefen des Nafeneifenftein’s und erdigen Eifenblau’s. Braunfchw. 1837, Gemellaro fchreibt fogar dem Schwefel einen thierifchen Nefprung zu. Er betrachtet feine Gegenwart in den Bulfanen, den warmen Quellen, Metallgängen als zufällig als natürlich aber und wahr feine Schichtung im blauen Thon der ter» tiären Schichten, wo fich der Gyps, das Salz und die Ligniten finden. Das Ganggeſtein unterfuchend, fand er, daß es durch einen blauen Thon voll Schwefel gebildet if, wenn die Mine reich if,

an, legt aber die Stelle unrichtig aus. Sie heißt nämlid): Phaetontis fulmine icti sorores fletu mutatas in arbores populos, lacrymis electrum omnibus annis fundere juxta Eridanum amnem, etc. Delafoffe, Bearbeiter des neunten Bandes des Didot— fchen Plinius, den ich benuße, führt hiebei p- 584 aus Bros terius an; Eridanus,. la Rhodaune, amnis est, qui in laevum vistulae ostium influit et urbem Danzig alluit. Ibi magna succini copia.. At quum Germanorum Eridanus, Rhodanusve et Padus appellatus, quoque ab Italis Eridanus similitudinem nominum ha- beant, inde natae tot fabulae de palria et origine suceini.

12 Allgemeine Naturgefchichte, V- Bud).

und in welchem man Feinen Froftallifieten Schwefel, Strontian oder andere Subflanzen findet. Bringt man aber den Mergel in Defen zur Schmelzung des Schwefels, fo zieht man das Geſtein voll Zellen heraus, deren Wände mit Kryftallen von fchwefelfaurem und Eohlen» faurem Kalk, fchwefelfaurem Strontian und Schwefel befleidet find. G. glaubt, daß überall, wo fich der Schwefel rein und mit ſolchen Kryftallifationen findet, er die Wirkung unterirdifehen Feuers erlitten ‚hat und daß der Theil, welcher in Säure verwandelt worden ift, darüber Felfen von fchwefelfaurem Kalf gebildet bat, die ur— fprünglich Eohlenfaurer Kalk waren; aber was noch mefentlicher ift, er bemüht fich zu zeigen, daB der Schwefel von der Zerſetzung nackter Mollusfen komme, die in den Thälern der ſekundären Schich— ten zurücdblieben, ‚als das Meer fich während der Bildung der ter- tiären zurückzog. Er glaubt diefe Anficht beitärft durch die Eriftenz des Schwefels unter den animalen Grundſtoffen, feine Analogie mit dem Phosphor , feine Verbrennlichkeit, alles Charaktere, die ihn den organifchen Subſtanzen weit mehr als den Mineralien nähern; ferner durch die ungeheuere Entwidelung der gefchwefelten Waffer- Hoffgnfe bei der Fäulniß der Thiere, die Entdeckung reinen Schwe— fels an Drten, wo diefe Fäulniß in großem Maaße ſtatt hatte und vieles andere. (Mem. dell’ Acad. Gioen. 41833.) Kaftner vermuthet, der Diamant fer ein organifches Erzeugniß, hervorgegangen durch Berfehung der Kohlenfäure mittelſt des Lichtes, entweder in den Schlammüberreftien der Schilfe und Karren der Vorzeit, oder wahrfcheinlich in Tebendigen Niefenfchilfen, wie noch icht das reine Kiefelerdehydrat, der Tabascheer erzeugt. Diefe Pflanzen hätten bei der Verweſung nichts zurücgelafien als den Diamant, welcher fich wegen großen Eigenwichts dem Wegſchwemmen der Dammerde zc. leichter entzog. (Meteorol. Bd. I. ©. 216.) Zn einem in der. königl. Gefellfchaft von Edinburg 4820 und geolog. Soc. v. London 1833 gel. Mem. ruft Brewfter Newton’s Bemerfung über die Sntenfität' der Tichtbrechenden Kraft des Diamants und Bernſteins zurüd, woraus Newton fchloß, daß beide eine fettige Foagulirte Subſtanz

feien. Brewſter fand eine neue Analogie zwifchen beiden in ihrer polarifirenden GStruftur. Beide enthalten fleine Zellen mit Luft gefüllt, deren erpandirende Kraft den Theilen, die unmittelbar im Kontakt mit der Luft ſtehen, polarifivende Struktur mitgetheilt hat. Zeichnungen begleiten das Memoire, wo man diefe Erfcheinung dar» geftellt ficht durch Sectoren des polarifirten Lichts, welche die Luft- fügelchen umgeben. Der Autor glaubt, daß diefe polarifirende Kraft hervorgebracht fein müſſe durch die Ausdehnung einer gafigen Sub— ſtanz, welche die Wände der Zellchen zufammengedrüdt habe, als das Mineral noch weich war. Eine ähnliche Struftur kann im Glafe oder in gallertartigen Maflen durch eine Kompreſſionskraft hervor-

Phyſikaliſche Verhältniſſe dev Mineralien. 415

gebracht werden, welche zirfelförmig um einen Punkt wirft,